Entwicklung des DLRG-Zentrums

Schon wieder ein Umzug?

„Dreimal umgezogen ist wie einmal abgebrannt“ sagt ein Sprichwort und so fühlten wir uns langsam auch: Anfang 2000 waren wir mit unserem Vereinsheim von der Bauerngasse 32 in die Kongresshalle (Bayernstraße 100) gezogen, Anfang 2005 mussten wir unsere Fahrzeuge vom „Weißen Weg“ in die neue Fahrzeughalle „Silberschachtel“ auf dem Siemens-Areal in der Humboldtstraße bringen. Nach nur knapp drei Jahren wurde uns diese Fahrzeughalle gekündigt, um einen Neubau auf dem Firmengelände zu ermöglichen, so dass ein neuer Umzug bevorstand. Gleichzeitig waren wir mit unseren Räumen in der Kongresshalle nie wirklich warm geworden – im wahrsten Sinne des Wortes. So machten wir uns zum Jahreswechsel 2006 / 2007 auf die erneute Suche nach einem geeigneten Objekt für unsere Fahrzeuge und Boote – und vielleicht für mehr? Dabei waren wir in alle Richtungen offen: eine bezugsfertige Halle, ein Grundstück und Baugenehmigung, um vielleicht die „Silberschachtel“, der eh der Abriss drohte, umzuziehen? Oder gar mehr? Bis Ende 2007 musste eine Lösung gefunden sein!

Aus der Not eine Tugend machen?

Im Mai 2007 schienen wir kurz vor der Lösung unseres Problems zu stehen: In Nürnberg-Eibach hatten wir eine Gewerbehalle zum Kauf angeboten bekommen, die auf Anhieb einen interessanten Eindruck machte. Eines war uns allen nach der Besichtigung klar: Diese Immobilie würde ebenso genügend Platz für Technik als auch für ein Vereinsheim bieten. Die örtliche Lage war okay und der bauliche Zustand war es auch. Der Eigentümer setzte uns eine Frist von acht Wochen, um unsere Kaufabsicht zu bestätigen und eine Finanzierung auf die Beine zu stellen. Doch würden wir einen Kauf in dieser Größenordnung bewältigen können?

Die Finanzierung im Griff?

Bekommt eine ehren­amtlich arbeitende gemeinnützige Hilfsor­ganisation ohne nennenswertes Eigenkapi­tal einen Kredit von 400.000 Euro? Wie schafft es der Verein, diese Summe auch wieder zurückzuzahlen? Jörg Laubenstein entwickelte die Idee eines Patenschaftsprojekts, die rasch mit Claudia Knoblich zu Papier gebracht wurde: Eine volle Patenschaft bedeutete fünf Jahre lang eine monatliche Spende von 50 EUR, also insgesamt 3.000 EUR. Dieser Größenordnung gaben wir die besten Chancen, dass sich genügend Paten dazu bekennen. Adresslisten wurden erstellt und die Werbetrommel besonders im Bekanntenkreis des Vorstandes gerührt, so dass innerhalb weniger Wochen die Hälfte der angestrebten 40 vollen Patenschaften gefunden werden konnten.

Als Phase 2 der Eigenkapitalbeschaffung wurde zur Nutzung der Hilfsbereitschaft von Personen mit einem kleineren Geldbeutel ein symbolischer Verkauf des neuen Grund und Bodens gestartet: Für je 100 EUR gab und gibt es einen Quadratmeter und eine Ehrenplakette.

Völlig ohne Fremdkapital war klar, dass es nicht funktionieren würde: dank der freundlichen Vermittlung von Knut Engelbrecht von der Stadt Nürnberg wurden Gespräche mit der Sparkasse Nürnberg aufgenommen.

Geplatzte Träume?

Völlig überraschend sagte der Verkäufer der Eibacher Immobilie in der vorletzten Juniwoche ab. Unser Traum von der ersten eigenen DLRG-Immobilie in Nürnberg drohte zu platzen…. Während in der Juni-Vereinszeitung zu Spenden aufgerufen war, mussten unsere Mitglieder aus der Tagespresse erfahren, dass dieser Immobilienkauf missglückt war. Trotz dieses Schmerzes nutzten wir bereits anberaumte Presse- und Öffentlichkeitstermine, um auf unsere erneut sehr prekäre Situation aufmerksam zu machen und um Hilfe zu bitten. Beim Versuch mehrerer Vorstandsmitglieder eine neue Immobilie im Internet zu finden, stieß André Schober auf den Verkauf einer ehemaligen Omnibuswerkstatt. Sofort verliebten sich die Beteiligten um Jörg Laubenstein in die wunderschönen großen Rolltore in himmelblau. Und der Preis war exakt der gleiche wie beim Objekt in Eibach. Die Immobilie wurde von einem Makler angeboten, der eigentliche Ansprechpartner war in Urlaub und so fanden die ersten Besichtigungen mit seinem Kollegen statt. Nach der Urlaubsrückkehr kam der nächste Schock: Der Makler war sich bereits mit einem anderen Käufer einig geworden. Konnten wir innerhalb von zehn Tagen so viel Pech haben? Der Notartermin stand schon fest, doch am Ende würde der Verkäufer entscheiden, mit wem er zum Notar gehen würde. Der Makler erkannte die besondere Situation für uns als Hilfsorganisation und fragte beim Verkäuferehepaar nach. Jörg und Monique Laubenstein fuhren daraufhin sofort in DLRG-Uniform zum Verkäuferehepaar und konnten diese im persönlichen Gespräch und mit viel Leidenschaft für dieses Projekt begeistern. Es war Donnerstag und die Verkäufer stellten die Bedingung, dass der Notartermin am Montag 09.Juli 2007 gehalten werden musste.

Mut zur Unterschrift?

Rund 72 Stunden Bedenkzeit lagen vor dem frisch gewählten Kreisverbandsvorsitzenden Jörg Laubenstein und dem Vorstand: Eine schriftliche Finanzierungszusage der Banken lag noch nicht vor. Einige Patenschaften waren zugesagt, doch das gesteckte Ziel noch nicht erreicht. Matthias Bickermann hatte sich um die erforderliche Zustimmung des DLRG Bezirks Mittelfranken über das Wochenende gekümmert. Hatte Jörg den Mut zur Unterschrift? Nach zwei unruhigen Nächten und endlosen Grübeleien zog Jörg in Begleitung des stellvertretenden Vorsitzenden Wolfram Gäbisch zum Notar. Dort traf er das Verkäuferehepaar Bärbel und Hanspeter Kohn sowie den Makler. Nach Verlesung des Vertrags nahm er allen Mut zusammen und unterzeichnete diesen für die DLRG: Die erste eigene Immobilie in der fast 100-jährigen Geschichte der DLRG in Nürnberg. Gleich anschließend zog Frau Kohn ein liebevoll geschmücktes Hufeisen hervor und schenkte es der DLRG, verbunden mit den besten Wünschen für die DLRG und das Gebäude. Herr Kohn übergab anschließend gleich die Schlüssel zum Gebäude und bestärkte damit erneut das gute Vertrauensverhältnis, obwohl er noch keinen Cent des Kaufpreises gesehen hatte.

Wenige Tage später trafen auch die Kreditverträge der Banken ein, verbunden mit einem Tilgungsplan über 20 Jahre. Neben dem Kaufpreis von 330.000 EUR galt es neue Sanitäranlagen, neue Fenster, die Küche, die Abdeckung der drei Arbeitsgruben sowie Grunderwerbsteuer, Notargebühren, Maklercourtage und andere festen Kosten zu finanzieren. Die Beträge hatten sich auf 410.000 EUR summiert.

Packen wir es an?

Die Tinte unter dem Kaufvertrag war noch nicht richtig trocken, da begannen schon zahlreiche Aktive der DLRG mit den erforderlichen Arbeiten in unserem neuen Domizil in der Nürnberger Erlenstraße: Um die Arbeiten in der Fahrzeughalle zu erleichtern, stand die Grubenabdeckung an erster Stelle, die Jörn Knoblich, Erich Biebel und Hermann Keßler rasch realisierten, auch wenn über 60 Bretter individuell zugeschnitten werden mussten. Insgesamt war der Boden jedoch in schlechtem Zustand und für den alten, aber funktionstüchtigen Bremsenprüfstand hatten wir keine weitere Verwendung. Ein Käufer konnte gefunden werden, der ihn selbst ausbaute, dann klafften zwei große, jeweils rund 1 Kubikmeter große Löcher im Boden. Jörn Knoblich verschalte diese Stellen, Erich Biebel sorgte für die nötige Armierung und das Schotterwerk in Gräfenberg spendierte uns den nötigen Beton.

Mit einem Dampfreiniger von Malermeister Gerhard Frisch wurden in der Halle alle Wände gewaschen, bevor neue Farbe aufgebracht werden konnte. Bei den verschiedenen Malerarbeiten halfen alle DLRG-Mitglieder mit, die nur irgendwie einen Pinsel halten konnten. Vervollständigt wurde das tolle Engagement durch Sachspenden, wie der Farbe für die Wände oder Pflanzen von Garten-Radloff für das ausrangierte runde Granitwaschbecken, das im Hof eine neue Verwendung fand.

Die Küchenplanung und federführende Realisierung übernahm ebenfalls Jörn Knoblich, beim Einbau von zahlreichen fleißigen Händen unterstützt. Bei den notwendigen Küchengeräten unterstütze der Siemens Für Uns Shop in Erlangen mit unschlagbaren Sonderpreisen. Im Obergeschoss galt es außerdem unzählige Quadratmeter Wände von Tapete zu befreien und mit frischer Farbe zu versehen: Wolfgang Meier war dabei teilweise schneller, als die Versorgung mit neuer Farbe möglich war. Dank der erheblich größeren Flächen als in der Kongresshalle und der unter Feuchtigkeit stark gelittenen alten Möbel, sollten möglichst viele Möbel ausgetauscht und ergänzt werden: Wieder griff uns Siemens unter die Arme und ermöglichte die Abholung unzähliger gebrauchter Möbel in Erlangen, die dank Andreas Heuler und der Spedition Tschirschwitz ohne Kosten in die Erlenstraße gebracht werden konnten.

Karl-Heinz Holluba brachte sein ganzes elektrotechnisches Know-How sowie unzählige Stunden mit ein, um die Stromversorgung auf Vordermann zu bringen und diesbezüglich für die nötige Sicherheit zu sorgen.

Auch im Keller gab es viel zu tun, um Räume zu leeren, zu reinigen, zu streichen und für unsere Zwecke neu zu möblieren. Monique Laubenstein glich nach einem Arbeitstag im Keller stets einem Kumpel aus dem Ruhrgebiet nach seiner Untertageschicht, doch überwog immer die Freude an den Erfolgen der Arbeit.

Rasch wurde der Bürocontainer neben den Rolltoren zu „Patrick Kutscheidt’s“ Einsatzzentrale: die Funkanlage wurde dort in einem von Siemens gespendeten Serverschrank eingebaut. Der hohe Funkmast von Patrick, Daniel Schmidt und Klaus Schmitt montiert und ausgefahren: ein hartes Stück Arbeit, das nur unter großen Sicherheitsmaßnahmen durchgeführt werden konnte.

Insgesamt packten sehr viele DLRGler in diesen ersten Monaten mit an, so dass es gar nicht möglich ist, sie alle namentlich zu nennen. Dankbar sind wir ihnen noch heute!

Ergänzt wurden die Renovierungsarbeiten durch die Beauftragung von Fachfirmen für den Austausch der Fenster, der Sanitärarbeiten sowie der Verlegung von Fliesen.

Umzug – aber wie?

Auch wenn einiges gar nicht mehr umgezogen sondern gleich erneuert werden sollte, blieb genug, das von der Kongresshalle in das neue DLRG-Zentrum gebracht werden musste. Dafür wurden der 20. und 27. Oktober 2007 terminiert, um beim traditionellen Aktivenessen den Einzug ins neue Domizil zu feiern. Die Spedition Pohl aus Forchheim spendierte uns 120 neue Umzugskartons, in der alten Fahrzeughalle wurden uns sechs Stahlgitterboxen für schwere Umzugsgüter zur Verfügung gestellt, davon gleich vier auf das obere Hallenzwischendeck in der Silberschachtel gestellt. Als Transportmittel sollte alles zum Einsatz kommen, was nur irgendwie rollen bzw. fahren konnte.

Fortsetzung eines Kraftaktes?

Wer glaubte, mit dem Umzug im Oktober 2007 war alles Wesentliche erledigt, der täuschte sich kräftig: Nachdem bis Oktober die Renovierung der Fahrzeughalle im Vordergrund stand, konzentrierten sich die Aktivitäten in den Wintermonaten auf das Obergeschoss. Anfangs regierte noch ein Chaos aus gestapelten Möbeln, Umzugskartons und anderen Umzugsgütern aus der Kongresshalle. Den Durchbruch brachte dann die uneigennützige Hilfe der Malerfirma Heuler. Organisiert von Andreas Heuler stand uns sein Vater mit Material und Personal zur Verfügung. Innerhalb von zwei Wochen gelang es vier Gerümpelbuden in ansehnliche und fast bezugsfertige Räume zu verwandeln. Teppiche wurden verlegt, Wände gestrichen, Möbel an den richtigen Platz gerückt und Umzugskartons ausgepackt.

Parallel dazu hatte sich um Jörn Knoblich ein kompetentes Küchenbauteam gebildet. So eine große Küche zu planen, die richtigen Elektroleitungen und Wasseranschlüsse vorzusehen war schon eine echte Herausforderung. Mit kompetenter Hilfe von Thomas Silbermann, Karl-Heinz Holluba (vor allem für Elektro), Helmut Schober (Sanitär) und vielen fleißigen Händen, zauberte er eine tolle Küche zusammen, bestehend aus Möbeln von IKEA sowie Geräten von Siemens für insgesamt nur 7.000 EUR.

Die Renovierung des Jugendraumes nahmen die Jugendlichen selbst in Angriff, dank dem unermüdlichen Einsatz von Andreas Feder und Robert Sandner, die die Helfer immer wieder neu motivierten.

Die übrigen Räumlichkeiten, wie Sitzungssaal, Schulungsraum, Aufenthaltsraum, Ausbilder- und Ruheraum sowie das Büro konnten einer nach dem anderen ihrer Nutzung übergeben werden.

Aber auch die anderen neuen Räumlichkeiten mit deutlich weniger Funktionalität, wie das Treppenhaus, die Gänge und Kellerräume, wurden sukzessive neugestaltet. In der Fahrzeughalle gingen die Arbeiten, bspw. zur Abtrennung von zwei Nebenräumen weiter. Die Hoffläche wartete auf die Markierung von sechs Parkbuchten und die sechs kleinen Garagentore auf einen neuen Anstrich oder eine neue Verkleidung.

Geldquellen finden?

Mit der Unterschrift unter den Kaufvertrag der DLRG-Immobilie war der entscheidende Schritt für den Erwerb getan, doch die Aufgabe Geldquellen zu finden, wurde umso dringender. Natürlich half diese Unterschrift auch, Spender und Förderer zu überzeugen, so dass die Liste der Paten und symbolischen Quadratmeterspender langsam länger wurde. Doch kamen auch immer wieder neue Wünsche und Bedarfe auf, die finanziert werden sollten und mussten.

Ein Highlight in 2008 stellte am 13. Februar die Eröffnung des PSD-Baufinanzierungszentrums am Willy-Brandt-Platz dar. Anlässlich dieses Festes schrieb die Bank 10.000 EUR für ein soziales Bauprojekt aus. Dank dem Hinweis unseres langjährigen Förderers Klaus Schmitt, reichte Jörg Laubenstein die Bewerbungsunterlagen der DLRG ein. Aus den 44 Einsendungen wurden vier Finalisten ausgewählt und zur Eröffnung eingeladen. Jeder hatte fünf Minuten Zeit, sein Projekt zu präsentieren, die Vertreter der Presse hatten die schwierige und fast schon undankbare Aufgabe, zu entscheiden, wer mit dem Hauptpreis nach Hause gehen sollte, während für die Finalisten die Zeit des Wartens begann. Wirkliche Verlierer gab es nicht: Zwei Finalisten erhielten einen „Trostpreis“ von jeweils 1.000 EUR, der Hauptpreis wurde auf zweimal 5.000 EUR geteilt, so dass wir mit einem entsprechenden Scheck nach Hause gehen durften. Die Freude war riesig, die Spende eine große Stütze für unsere Finanzierung.

7.100 Teilnehmer aus 390 Unternehmen gingen am 30. April 2008 an den Start des 4. Firmenlaufs der Metropolregion rund um den Dutzendteich und das Nürnberger Stadion. Aus dem Erlös der Startgelder konnten insgesamt 18.000 EUR für soziale Einrichtungen gespendet werden. 5.000 EUR vom Veranstalter Hubert Schwarz und 1.000 EUR von der Commerzbank Nürnberg waren ein wichtiger warmer Geldregen, den Jörg und Monique Laubenstein gerne persönlich entgegennahmen.

Echte Sicherheit oder nur auf dem Papier?

Rund 45 Jahre hatte die Omnibuswerkstatt bereits auf dem Buckel, als wir sie erwarben. Vergleichbar alt waren die Gesetze, die bei ihrem Bau beachtet und die in der Zwischenzeit geändert und erneuert worden waren. Außerdem wich die von uns angestrebte Nutzung erheblich vor der ab, die beim Bau zu Grunde gelegt worden war. Gerade heimisch geworden in der Erlenstraße, forderte die Bauordnungsbehörde uns auf, eine Nutzungsänderung zu beantragen. Zur Genehmigung dieser galt es aber die aktuellen Vorschriften, insbesondere des vorbeugenden Brandschutzes zu beachten. Die größte Herausforderung: ein zweiter Ausgang für das Obergeschoss auf dem eigenen Grundstück. Einzige realistische Lösungsmöglichkeit: Ersatz des letzten (nagelneuen) Fensters im Lehrsaal durch eine einbruchsichere, wärmegedämmte Außentür und dort eine Stahltreppe in den Hof.

Doch wie lange würden wir brauchen, um diese Lösung zur realisieren? Wie sollte diese außerplanmäßige Investition von rund 20.000 EUR finanziert werden? Wie lange würde uns die Behörde Zeit lassen, um dies möglich zu machen? Ging es hier um echte Sicherheit oder wieherte vor allem der Amtsschimmel? Faktisch stellte der hintere Hallenteil, der nicht überbaut ist, mit seinem Flachdach eine Fluchtmöglichkeit dar, an die die Feuerwehr vom Nachbargrundstück aus anleitern konnte…. aber eben nicht vom eigenen Grundstück aus…

In jedem Fall setzten wir alle möglichen Hebel in Bewegung, um nicht plötzlich vor einer noch böseren Überraschung – einem temporären Nutzungsverbot des Obergeschosses bis zur Realisierung des zweiten Ausganges – zu stehen. Für einen ersten Lichtblick sorgte das Rother Abrissunternehmen M. Reithelshöfer, dass uns eine demontierte Fluchttreppe aus Stahl eines Nürnberger Kindergartens spendet. Jetzt fehlten noch Außentüre und Laufsteg sowie der Plan, wie eine Garage zum Abgang umgenutzt werden konnte.

Geht die DLRG baden?

Im wahrsten Sinne des Wortes baden gegangen ist Jörg Laubenstein für die DLRG am 27. Februar 2008: Im frisch eröffneten Süd.Stadt.Bad stand ein besonderes Wettschwimmen auf dem Programm. Dennis Meistereck, damals jüngster Hotelmanager in Deutschland, trat im kompletten Geschäftsanzug (zumindest ohne Schuhe) an, um gegen Jörg 50 Meter um die Wette zu schwimmen. Die Routine des Rettungsschwimmtrainings in Kleidung lag eindeutig auf Jörgs Seite, so dass er gewann und als Dank für die besondere Presseaktion eine großzügige Spende für die DLRG mit nach Hause nehmen durfte.

Parallel zu den Renovierungsarbeiten planten wir eifrig die offizielle Einweihung des DLRG-Zentrums für den 14. Juni 2008. In den Tagen und Wochen davor, liefen die Vorbereitungen auf Hochtouren, so dass einige Aktive auch eine Woche davor, am 7. Juni im DLRG-Zentrum waren, als über der Nürnberger Südstadt ein heftiges Unwetter mit unvorstellbaren Regenmengen niederging. Die Kanalisation war punktuell überfordert, so dass das Wasser aus der Kanalisation in unseren Keller und die Gruben hochgedrückt wurde. Zum anderen flossen die Wassermassen im Hof nicht ab und suchten sich den Weg unter den Rolltoren hindurch in die Fahrzeughalle. Sollte die DLRG eine Woche vor der Einweihung baden gehen? In höchster Eile wurden zahlreiche Helfer angerufen, ob sie zur Schadensbegrenzung ins DLRG-Zentrum kommen konnten. Claudia Knoblich erreichte dabei Andreas Heuler, der gerade einen Ausbildungs- und Übungstag beim THW beenden wollte und die Hilfe der Kameraden in Blau anbot. Rasch entschlossen sich die beiden dazu und wenige Minuten später standen die Helfer des THW mit professioneller Ausrüstung im Hof, um das Abpumpen der Keller etc. zu übernehmen. Davon profitierte auch das eine oder andere Haus in der Nachbarschaft, die ein ähnliches Schicksal ereilt hatte. Die Planungen für die Vorbereitungen des Einweihungsfestes waren damit zwar komplett über den Haufen geworfen worden, doch Grund für eine Absage oder Verschiebung des Festes war dies noch lange nicht. Den Schaden mussten wir auf rund 2.000 EUR beziffern, doch Jörg verwertete dieses Thema besonders erfolgreich gegenüber verschiedenen Richtern und Staatsanwälten, die uns in Folge als Empfänger von Bußgeldzahlungen besonders bedachten.

Feiern, aber richtig!

Im Beisein von über 200 Gästen wurde am 14. Juni 2008 das DLRG-Zentrum in der Erlenstraße vom Bayerischen Innenminister Joachim Hermann, Bezirkstagspräsident Richard Bartsch und Nürnbergs Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly offiziell eingeweiht. Von Seiten der DLRG sprachen der Landesverbandspräsident Die­ter Hoffmann, die Bezirksverbandsvorsitzende Sigrid Duske-Fragner sowie der Gastgeber und Kreisverbandsvorsitzende Jörg Lau­benstein. Unter den Gästen befanden sich viele Vertreter der Nürnberger und Schwaba­cher Kommunalpolitik, des Landtags und des Bundestags sowie der Nürnberger Hilfsor­ganisationen, des THWs und der Feuerwehr. Alle Redner betonten die Notwendigkeit der Arbeit der DLRG, lobten das ehrenamtliche Engagement und würdigten die Leistungen, die zum Erwerb und Gestaltung der Immo­bilie erforderlich waren. Beim anschließenden Tag der offenen Tür lernten rund 800 Besucher, unter ihnen auch viele unserer DLRG-Mitglieder und Kameraden anderer DLRG-Gliederungen sowie befreundeter Verbände, die neue DLRG-Immobilie kennen. Sie überzeugten sich von der Einsatzfähigkeit und den vielfältigen Angeboten für alle Altersklassen. Einen weiteren Höhepunkt des offiziellen Programms stellte die Indienstnahme eines gebrauchten Krankentransportwagens dar, den die Nürnberger Retter kurz vorher er­worben hatten, um bei zahlreichen Sani­tätsdiensten qualifizierter helfen zu können. Sowohl das neue Fahrzeug, als natürlich auch das DLRG-Zentrum und alle Aktiven wurden von den eingeladenen kirchlichen Vertretern der zuständigen evan­gelischen sowie katholischen Gemeinde und einem Notfallseelsorger gesegnet, in der Hoffnung von allen Einsätzen unbescha­det zurückzukehren und mit der Immobilie immer ein sicheres und verlässliches Dach für die DLRG-Arbeit zu haben.

Über 50 – aber lange noch kein altes Eisen!

Mit dem neuen DLRG-Zentrum wurde rasch klar, dass der Erfahrungsschatz aus dem Berufsleben reiferer Mitglieder und Förderer ein unbezahlbares Kapital für einen ehrenamtlichen Verein sind, denn plötzlich waren ganz neue Kenntnisse von Bedeutung. Zum anderen galt es immer mehr Termine tagsüber zu realisieren, beispielsweise die Beaufsichtigung von Handwerkern, was für die berufstätigen DLRG-Aktiven nicht möglich war. Im Rahmen des Aktivenessens im November 2008 wurde deshalb die SEG 50plus, die Senioreneinsatzgruppe, offiziell ins Leben gerufen, die heute nicht mehr aus den Aktivitäten der DLRG wegzudenken ist.

Brandschutz versus Spendenakquise – was dauert länger?

Seit wir im Sommer 2008 von den Auflagen des vorbeugenden Brandschutzes erfahren hatten, saß uns dieses Thema im Nacken. Würde es uns rechtzeitig gelingen, die nötigen Geldmittel zu beschaffen, bevor uns die Nutzung offiziell untersagt wird? Wir wussten, dass wir uns mit der aktuellen Nutzung in einer Grauzone befanden, konnten aber auf die Nutzung auch nicht verzichten, denn das würde das Vereinsleben nahezu zum Erliegen bringen. Um den Jahreswechsel 2008/2009 lichtete sich langsam der Schatten. Von verschiedenen Seiten, beispielsweise der Stadt Nürnberg, der wbg200-Stiftung, der DLRG-Stiftung Bayern und der Landesbrandversicherung erhielten wir finanzielle Mittel, um der Realisierung des zweiten Ausganges näher zu kommen. Parallel investierten wir schon in zahlreiche kleine Maßnahmen: Beschaffung und Kennzeichnung der erforderlichen Feuerlöscher im gesamten Gebäude, Löschdecke in der Küche, Kennzeichnung der Brandschutztüren und Ersatz eines Fensters im Lehrsaal gegen die Außentüre für die zukünftige Stahltreppe als Fluchtweg. Der guten Zusammenarbeit mit THW und Berufsfeuerwehr konnten wir es verdanken, dass die Mittelachse der Wendeltreppe bereits nahe dem für sie vorberechneten Standort in der Garage Nr. 4 gestellt wurde. Diese Herausforderung wurde für die Ausbildung junger THW-Mitarbeiter an einem Kran genutzt.

Im Jahr 2009 lag der Fokus dann auf der Einarbeitung der nötigen Maßnahmen in die Baupläne, Erstellung der nötigen Berechnungen durch den Statiker und Freigabe durch die Prüfbehörde, Ausschreibung der Arbeiten, Entscheidung für die (hoffentlich) richtige Firma und Begleitung der Baumaßnahmen. Hier waren Architekt Tom Sturtz und Jörn Knoblich eine unverzichtbare Hilfe.

Neben dem zweiten Ausgang mussten im ersten Obergeschoss Brandschutzwände eingebaut werden.

Am 12. Juni 2010 konnten wir das vorläufige Ende der Baumaßnahmen für den vorbeugenden Brandschutz feiern. Nur die Brandschutzdecke im blauen Fahrzeughallenvorbau hatten wir noch nicht umsetzen können.

Kleine Schritte für das große Ganze

Parallel galt es in 2009 noch viele kleine Themen zu bearbeiten, damit das DLRG-Zentrum fertig wurde - soweit das bei einer Immobilie jemals gelingt. Im Duschraum fand eine Kombination aus Waschmaschine und Trockner für Dienstkleidung einen Platz, im ganzen Haus zieren Actionbilder die Wände, etc. Die Firma Universal Rohrreinigung übernahm es, den Bodenabfluss im Grubenquergang, der im Juni 2008 Schuld für die Überschwemmung gewesen war, fachgerecht auszutauschen. Die Beleuchtung im Flur des Obergeschosses wurde auf Bewegungsmelder umgestellt, damit niemand beim Eintreten im Dunklen stehen muss.

Den Sommer 2010 nutzten wir beispielsweise, um Schränke mit differenzierten Schlüsseln zu versehen, den Kamin durch eine neue Schornsteinabdeckung zu schützen und den Aufenthaltsraum mit zwei Vitrinen voller Modell-Einsatzfahrzeuge zu schmücken.

Mit der Schuldentilgung hatten wir natürlich schon begonnen, auch wenn wir manchmal am Monatsanfang noch nicht wussten, woher das Geld dafür bis zum Monatsende kommen sollte. Entsprechend beginnen wir, auch neue Wege der Öffentlichkeitsarbeit zu gehen, beispielsweise an den vier Adventssamstagen in der Innenstadt mit der Spendendose zu sammeln.

Würdigung unserer Quadratmeterspender

„Was lange währt, wird endlich gut!“ ist wohl das passende Sprichwort für die Würdigung all jener Spenden, die in Form von Patenschaften und symbolischen Quadratmetern zu Gunsten des DLRG-Zentrums seit 2007 bei uns eingegangen sind. Ursprünglich war das Ziel, all diese Spenden auf Ehrentafeln rechtzeitig zur Einweihung im Juni 2008 zu würdigen. Doch dann kam eine Woche davor der Starkregen, der unseren Keller wesentlich unter Wasser setzte, und die Prioritäten mussten verschoben werden. Ohne festen Fertigstellungstermin war es seitdem ein Projekt, das uns im Vorstand allen am Herzen lag, aber doch immer wieder anderen Themen weichen musste. 

Jetzt sollte der 50. Geburtstag unseres Kreisverbandsvorsitzenden Jörg Laubenstein im Juni 2010 Anlass für die Fertigstellung zumindest der Quadratmetertafeln sein, doch machte ein kleiner Unfall eines Beteiligten uns erneut einen Strich durch die Rechnung. Im Rahmen der Vorstandsitzung am 07. September 2010 konnten Patrick Kutscheidt und Claudia Knoblich im Namen von zehn DLRG-Familien dann endlich das Geschenk nachträglich dem Geburtstagskind überreichen: zwei große Tafeln, die ab sofort alle bereits eingegangenen und zukünftigen Quadratmeterspenden würdigen. 

Inzwischen haben die Tafeln im Obergeschoss an der Wand zum Büro auch einen geeigneten Platz gefunden. Sie erinnern uns bei jedem Blick an die damals rund 200 symbolischen Quadratmeter, die von rund 75 Mitgliedern, Privatpersonen, Politikern und Firmen für das DLRG-Zentrum gespendet wurden. Sie boten aber auch noch Platz für rund 350 weitere Quadratmeter, die wir hofften, noch gespendet zu bekommen. Wenn uns dies gelingt, wäre der DLRG-Schriftzug vollständig gelb. 

2011 – Gipfel der finanziellen Belastung

Mit großen Schritten näherten wir uns dem Jahr 2011: dem Gipfel der finanziellen Belastung. Durch unterschiedliche Laufzeiten und Tilgungsmodalitäten der verschiedenen Kredite, aus denen sich die Finanzierung der DLRG-Immobilie zusammensetzte, kumulierte sich 2011 die geplante Gesamtbelastung (Zinsen + Tilgung) als auch die Tilgung als solche jeweils auf den höchsten Wert. Die Gesamtbelastung schlug mit TEUR 58 zu Buche, davon TEUR 49 Tilgungsleistungen. In den Jahren 2009 waren es insgesamt TEUR 50 (Tilgung TEUR 36), 2010 TEUR 53 (TEUR 41) gewesen, ab 2012 sollte es sich sukzessive reduzieren (TEUR 34 / TEUR 26 für 2012, TEUR 22 / TEUR 15 für 2013). Darüber hinaus kamen diverse ungeplante, aber unumgängliche Ausgaben für die Immobilie, aber auch für den Einsatzbereich hinzu.

Das ganze Jahr schaute unser Kreisverbandsvorsitzender Jörg Laubenstein täglich kritisch auf den Kontostand, verglich ihn mit seiner Liquiditätsplanung, freute sich über jeden Euro Spenden und hoffte auf möglichst wenige unvorhersehbare Ausgaben. Manche derer, die uns Rechnungen stellten, mussten – ausschließlich nach Rücksprache – länger auf ihr Geld warten, aber am Ende überstand der Kreisverband das finanziell schwierigste Jahre der Schuldentilgung doch mit einem blauen Auge.

Ein trockenes Dach für die Einsatzzentrale

Seit längerem war das Dach der Einsatzleitzentrale (ELZ) im Anbau des DLRG-Zentrums in der Erlenstraße undicht. Bei stärkerem Regen wurde immer wieder der Boden geflutet und die Wände waren nass. Da in der ELZ unter anderem auch die Funktechnik installiert ist, war dieser Zustand nicht mehr länger tragbar.

Nach längerer Planung und der Beschaffung der Baumaterialien begannen ein Bautrupp unter Leitung und Koordination von Jörn Knoblich am 17. Oktober 2011 mit dem Bau der Tragkonstruktion des Daches aus Holz. Dankenswerterweise wurde das Team zu Beginn von einigen Mitgliedern der Technik und Kurt Feder unterstützt, die die über 6m langen und knapp 60 kg schweren Träger auf das ELZ-Dach wuchteten.

Der Bautrupp erstellte ein Pultdach aus Holz, deckte die Mauer hinter der Spindeltreppe neu ab und ergänzte das Dach neben der Spindeltreppe wieder. Anschließend wurden die neuen Dachflächen, bei glücklicherweise für die Jahreszeit erstaunlich trockenem Wetter, neu mit Bitumenschweißbahnen abgedeckt und die Ränder mit Titanzinkblechen verkleidet sowie die Dachrinnen ergänzt. Zum Schluss wurde das Dach neben der Wendeltreppe von unten mit Feuchtraum-Gipskartonplatten verkleidet, verspachtelt und verschliffen. Abschließend wurden die Decke und die darunterliegende Wand gestrichen.

Insgesamt dauerte die Baumaßnahme vier Wochen, da der Trupp eine Woche aus gesundheitlichen Gründen pausieren musste. Insgesamt wurden gut 2.000 EUR und gut 150 Stunden Arbeit in dieses Projekt gesteckt. Neben Jörn Knoblich steckten Konrad Steyer, Udo Anderloh und Werner Steb von der SEG 50plus viel Zeit, Kraft und Know-how in dieses erfolgreiche Projekt.

2012 – ein kleines Jubiläum: 5 Jahre DLRG-Zentrum

Im Sommer 2012 wollten wir zwei wesentliche Dinge für unser DLRG-Zentrum angehen: Endlich hatten wir die finanziellen Mittel einigermaßen zusammen, um die Brandschutzdecke im blauen Fahrzeughallenvorbau an eine Fachfirma in Auftrag geben zu können. Diese wichtige Maßnahme ermöglichte uns anschließend den Antrag auf Nutzungsänderung der Immobilie Erlenstraße 30 bei der Stadt Nürnberg zu stellen und endlich aus der „Buswerkstatt mit Ersatzteillager“ ein offizielles Vereinsheim mit Fahrzeughalle der DLRG zu machen. Dieser Schritt war zum einen aus versicherungsrechtlichen Gründen sehr wichtig, zum anderen wollten wir diesbezüglich den Kopf frei haben, bevor wir in das Jubiläumsjahr 2013 (100 Jahre DLRG in Nürnberg) starteten.

 

Fünf Jahre DLRG-Zentrum waren aber auch ein Grund, ein bisschen zu feiern. Vor allem galt es aber den unzähligen Helfern, Spendern und Förderern in Form eines kleinen Festes nochmals danke zu sagen, ohne die dieses besondere Projekt in dieser Zeit und mit dieser finanziellen Belastung, aber auch fortschrittlichen Tilgung nicht möglich gewesen wäre und heute noch ist. Alleine in den ersten fünf Jahren konnten von den ursprünglich 345.000 EUR Kreditsumme rund 185.000 EUR getilgt werden, mehr als die Hälfte. Die verbleibenden 160.000 EUR sollen bis 2027 sukzessive getilgt werden, wobei die jährliche Belastung dann natürlich bei weitem nicht mehr so hoch ist, wie in den Anfangsjahren.

 

In der Hoffnung auf sommerliches Wetter lud die DLRG am 5. August 2012 zum Sommerfest „5 Jahre DLRG-Zentrum“. Rund 100 Mitglieder und Gäste waren der Einladung gefolgt. Alle beteiligten sich mit einem kleinen Obolus, der den Kauf von Getränken, Grillgut und Brötchen ermöglicht hatte. Darüber hinaus gab es viele Salat- und Dessertspenden, so dass sich für jeden Geschmack etwas finden ließ.

 

Weiterentwicklung und Instandhaltung unseres DLRG-Zentrums

Ab dem Jahr 2013 war es an der Zeit, verschiedene Instandhaltungsthemen in Angriff zu nehmen, da wir ja eine gebrauchte Immobilie erworben und zu Beginn aus finanziellen Gründen nur die zwingend erforderlichen Maßnahmen durchgeführt hatten. Zum anderen hatte sich unser Kreisverband insbesondere hinsichtlich Mitgliederzahlen, Einsatzaufkommen und Fuhrpark seit dem Kauf erfreulich weiterentwickelt, verbunden mit dem Effekt, dass an manchen Stellen der Platz als solches bzw. die Aufteilung des Platzes auf die verschiedenen Bedarfe überarbeitet werden musste. Gleichzeitig versuchen wir uns ständig weiterzuentwickeln: ein Beispiel hierfür sind moderne Telekommunikationslösungen, die es ermöglichen, dass Schreiben, die per Fax eingehen, oder Nachrichten, die auf dem Anrufbeantworter hinterlassen werden, gleich per Email an einen zentralen Ansprechpartner weitergeleitet werden, der sie nach Prüfung des Inhalts an den Fach-Ansprechpartner weiterleitet. Diese zentrale Verteilung übernahm Jörn Knoblich.

Im Oktober 2013 wurde die 30 Jahre alte Ölheizung durch eine hochmoderne neue Gasheizung ersetzt. Hierbei wurde auf ein Wärmecontractingangebot der infra Fürth GmbH gesetzt, um nicht erneut einen Kredit aufnehmen zu müssen. Im Hof fiel sofort ins Auge, dass die Garagentorflächen vollständig neugestaltet wurden, die alten zusammengesteckten Profilholzbretter hatten endlich ausgedient.

In den Jahren 2014/2015 standen erneut wichtige Instandhaltungsmaßnahmen auf der Tagesordnung, für die Fachfirmen beauftragt werden mussten: Das Hallendach war an mehreren Stellen undicht und musste dringend saniert werden. Der Teppich, vor allem im Lehrsaal, entsprach nicht mehr den hygienischen Anforderungen an einen behördlich anerkannten Schulungsraum und musste ausgetauscht werden. Der Charme des Blumenmusters in den Toiletten war wahrlich in die Jahre gekommen, die Sanitäranlagen wurden vollständig erneuert. Der Aufenthaltsraum wurde durch eine völlig neue Glastrennwand etwas verkleinert. Damit wurde aber ein unabhängiger Zugang für den Jugendraum geschaffen, der bis dahin nur durch Aufenthaltsraum oder Lehrsaal betreten werden konnte.

Für die Wenigsten sichtbar waren Änderungen der Lagerräume. Der ursprüngliche Ausbildungs- und Ruheraum im ersten Obergeschoss wurde ausschließlich zum Ruheraum. Die Ausbildungsmaterialien werden zum einen in absperrbaren Schränken im Lehrsaal untergebracht, zum anderen bekam die Technische Leitung Ausbildung einen kleinen Kellerraum. Dieser wurde bisher für die Öffentlichkeitsarbeit genutzt, doch dabei „aus allen Nähten geplatzt“. Die Räumung eines anderen, deutlich größeren Kellerraums rechts hinten unter der Fahrzeughalle hatte es ermöglicht, das Öffentlichkeitsmaterial vom kleinen in den großen Raum umzuziehen. Was leicht klang, hatte es aber in sich: Zum einen sind die beiden Kellerräume über zwei verschiedene Treppenhäuser zu erreichen, so dass alles erst in das Erdgeschoss und quer durch die Fahrzeughalle getragen werden musste, bevor es über die andere Treppe wieder in den neuen Keller gebracht werden konnte. Zum anderen reichte die Zeit nicht aus, um den großen Kellerraum vor dem Umzug zu renovieren, so dass dies zu einem etwas längeren Projekt wurde.

Beseitigung der letzten Altlasten aus der Zeit der Buswerkstatt

In Folge der Umrüstung von Öl- auf Gasheizung war es eine logische Folge, auch den nicht mehr benötigten Heizöltank sowie einen noch vorhandenen Restöltank stillzulegen, was im April 2016 durch die Firma Bachmann durchgeführt wurde.

Im Januar 2017 folgte die Stilllegung der nie benötigten Ölabscheider in der Fahrzeughalle durch die Firma Universal Rohrreinigung & Kanalsanierung (URR), die im Jahr 2016 bereits die fachgerechte Absaugung und Reinigung der Ölabscheider organisiert hatte.

Alles unter Strom – Umrüstung der Elektrik

1964, als der mittlere Teil der Fahrzeughalle und das Obergeschoss errichtet wurden, war es in Nürnberg noch üblich, die Stromversorgung zu Licht und Steckdosen zweiadrig auszuführen, also ohne Erdungsleitung. Damit wurden zwar im Fehlerfall Geräte geschützt, nicht aber Personen. Bisher war dies ohne Unfall gut gegangen, doch mochte der Vorstand das Glück oder vielleicht eher die Schutzengel nicht länger herausfordern. Ab Ende März 2017 hat ein Elektrofachbetrieb es übernommen, die Umrüstung der kilometerlangen Kabel und die Modernisierung der Fahrzeughallenbeleuchtung auf sparsame LED-Lichtleisten vorzunehmen.

Fahrzeughalle am Limit – Auf der Suche nach neuen Möglichkeiten

Durch zusätzliche Fahrzeuge und Boote ist die Fahrzeughalle inzwischen an ihre Kapazitätsgrenzen gestoßen, das große Motorrettungsboot „Elsbeth Biebel“ musste bereits wiederholt anderweitig zum Überwintern untergebracht werden. Jörg Laubenstein beobachtete schon länger die Nachbargrundstücke, die an unseres angrenzen bzw. in unmittelbarer Nähe liegen. Doch alle diesbezüglichen Ideen mussten wir früher oder später begraben. Im ersten Halbjahr 2017 wurde die Entscheidung konkretisiert: die bestehenden kleinen Pkw-Garagen im Hof sollen abgerissen und durch größere, das heißt vor allem längere und höhere Garagen ersetzt werden. Die Federführung der Planung dieses Projekts hat erneut Jörn Knoblich übernommen, der als Bauingenieur ein unverzichtbarer kompetenter Berater ist. Die Planungen sollen in 2017 abgeschlossen werden, um die eigentliche Baumaßnahme in 2018 durchführen zu können.

Ausblick auf 10 Jahre DLRG Zentrum

Am 16. September 2017 war es soweit, dass wir im Kreis zahlreicher Ehrengäste, aber auch vieler Mitglieder, Freunde und Förderer 10 Jahre DLRG-Zentrum Nürnberg feierten.

Würdigung der Paten des DLRG-Zentrums

Mancher aufmerksamer Leser mag sich fragen, was aus der Patenschaftstafel geworden ist – der Würdigung derer, die in besonderem Maße mit ihrer finanziellen Unterstützung zum Kauf bzw. der Abbezahlung der Kredite beigetragen haben. Keine Sorge, wir haben sie wirklich nicht vergessen. Aber es hat länger gedauert als uns lieb war. Doch anlässlich unserer Feier "10 Jahre DLRG-Zentrum" war es endlich soweit, dass die Patenschaftstafel fertiggestellt wurde und einen würdigen Platz im Obergeschoss unseres DLRG-Zentrums gefunden hat. - Aber voll ist sie noch lange nicht, gerne ergänzen wir noch den ein oder anderen symbolischen Rettungsring.