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Ungeplanter Austausch unseres Krankenwagens

Veröffentlicht: Sonntag, 21.02.2021
Autor: Daniel Schmidt / Claudia Knoblich
Ein besonders herzlicher Dank geht an Ingrid und Fritz Leonhard für die monetäre und tatkräftige Unterstütztung bei der Beschaffung des neuen Krankenwagens für unseren Kreiseverband!
Der alte KTW muss abgeschleppt werden.
Dank der neuen Beklebung wird der KTW rasch zu einem Mitglied der DLRG-Fahrzeugflotte.
Alexander Halle beim Innenausbaud des KTW
Der fertig ausgebaute Fahrgastraum

Während einer Einsatzfahrt am 07. Januar 2021 wurde unser Krankenwagen selbst zum Patienten. Eine Reparatur war nicht wirtschaftlich, eine Ersatzbeschaffung und Inbetriebnahme wurde mit zahlreichen helfenden Händen innerhalb von drei Wochen organisiert.

Seit Beginn der zweiten Welle der Corona-Pandemie unterstützen wir immer wieder die Integrierte Leistelle Nürnberg bei Krankentransporten und Notfällen. So auch am Donnerstagmorgen, den 07.01.21. Unser Team, war gerade auf einer Verlegungsfahrt mit einem Patienten in Coburg unterwegs, als es einen kurzen Schlag gegeben hatte, gelblicher Rauch aus dem Motorraum aufstieg und der Motor ausging.
Sie „retteten“ sich auf ein Firmengelände und kontaktierten die Leitstelle Coburg. Diese schickte einen weiteren Krankenwagen zur Übernahme des Patienten, damit dieser möglichst schnell und sicher ins Zielkrankenhaus gebracht werden konnte. Parallel wurde der Führer vom Dienst der DLRG verständigt, der nun die Heimreise der beiden Sanitäter sowie das Abschleppen des Krankenwagens organisieren musste. Der KTW wurde in ein nahegelegenes Autohaus geschleppt und unser Team konnte in einem Leihwagen die Heimreise ins DLRG-Zentrum antreten.
Am nächsten Tag erfolgte leider der befürchtete Anruf der Werkstatt. Der Motorblock des Mercedes Sprinters war gerissen und ist nicht mehr reparabel. Nach interner Rücksprache mit Jörg entschieden wir uns gegen eine kostspielige Reparatur, da dies aus wirtschaftlichen Gründen keinen Sinn machen würde.
Nun war es also besiegelt. Unser Krankenwagen, der in 13 Jahren fast 340.000 km gelaufen ist und gut neun Jahre seines Lebens im DLRG-Design für uns unterwegs war, ist Geschichte. Mit ihm unzählige Sanitätsdienste, Einsätze der Schnell-Einsatz-Gruppe Transport sowie Fahrten im Rettungsdienst für die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt.
Aber es muss ja weitergehen. Vor allem auch in Zeiten der Pandemie, in der unser Krankenwagen gefordert war, wie nie zuvor. Es wurde beschlossen, zügig einen Ersatz zu finden. Die tragische Geschichte machte schnell die Runde. Viele suchten nach Lösungen oder packten mit an.
Auf der Suche nach einem neuen gebrauchten Fahrzeug gab es nur drei Kandidaten: in Neu-Ulm, Hannover und Gießen. Marion und Patrick Kutscheidt fuhren „schnell“ nach Neu-Ulm, um sich den ersten Kandidaten anzusehen. Dieser machte schon einen sehr guten Eindruck, war allerdings noch zu teuer und es gab ja auch noch zwei andere. Also machten sich Alexander Halle und Patrick am Dienstag auf nach Norden. Doch die Bilder im Internet versprachen leider zu viel. Die Fahrzeuge waren in keinem guten Zustand und so war der Weg leider nicht von Erfolg gekrönt.
Mittlerweile hat auch Fritz Leonhard, Marions Vater, Wind von der Sache bekommen und entschied, sich hierbei mit einzubringen. Er spendete nicht nur einen beachtlichen Betrag, sondern er knackte auch den Verkäufer in Neu-Ulm. Als „Patricks Chef“ ausgegeben, verhandelte er solange, bis der gewünschte Preis erreicht war und das Fahrzeug mit frischem TÜV zur Übergabe bereit stand. Natürlich ließ er es sich dann nicht nehmen, Patrick persönlich nach Neu-Ulm zu fahren.
In der Zwischenzeit hatten sich am Wochenende einige Helfer getroffen, um das kaputte Fahrzeug – unter Einhaltung der aktuellen Hygienevorgaben - abzurüsten. André Schober baute die Funk- und Navigationstechnik aus, Marco Ahnert kümmerte sich um die Sondersignalanlage, während Marion, Alex, Patrick und Melina van Stiphoudt sich um die medizinische Ausrüstung, deren Ausbau und Einlagerung kümmerten. Im Laufe der Woche entfernten Max und Benedikt dann noch die Rampe.

Bereits eine Woche später stand der „Neue“ schon zum Ausbau bereit: André und Patrick kümmerten sich um den Digitalfunk, Rückfahrkamera sowie das Lardis Einsatz-Zielführungssystem, während sich Marion und Alex um die Desinfektion und den Ausbau der medizinischen Ausstattung im Patientenraum kümmerten. Max Schmidt unterstützte die Arbeiten, indem er Material aus der Wache zuführte, denn der Krankenwagen stand bereits bei der Firma Werbeleo.
Marion und Patrick, quasi die beiden Werbeleos, verpassten dem ehemaligen Krankenwagen der Feuerwehr Lippstadt ein neues Aussehen. Dank der neuen Beklebung im DLRG-Design sieht er nun aus wie ein Neufahrzeug. Hierbei darf auch nicht unerwähnt bleiben, dass die Beiden die Beklebung spenden und der DLRG somit eine Menge Geld sparen. Mit Vollendung der Beklebung war das Fahrzeug am 26.01. fertig.
Nicht einmal drei Wochen nach dem Motorschaden konnten wir ein Ersatzfahrzeug bei der Leitstelle Nürnberg wieder einsatzklar melden. Dies ist eine herausragende Leistung, gerade im reinen Ehrenamt! Vielen Dank an dieser Stelle an alle Beteiligten!
Zum Schluss ein paar Eckdaten zum Neuen: Es handelt sich um einen acht Jahre alten Mercedes Sprinter 316 cdi mit Hochdach, der bis letztes Jahr noch bei der Feuerwehr in Lippstadt als Krankenwagen unterwegs war. Er hat 163 PS und verfügt über ein Automatikgetriebe. Der Ausbau zum Krankenwagen ist von der Firma C. Miesen. Mehr dazu findet Ihr hier auf der Homepage unter Fuhrpark.


 

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